Tirol/Südtirol 1945/46: Zwischen Hoffnung und Ernüchterung

Südtirol-Kundgebung in Innsbruck, 22. April 1946 (Foto: Landesbildstelle Tirol; L 20.2.31 – TLA)
Südtirol-Kundgebung in Innsbruck, 22. April 1946 (Foto: Landesbildstelle Tirol; L 20.2.31 – TLA)

Das Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 bedeutete eine mehrfache Zäsur der Weltgeschichte, die massive Auswirkungen auf die regionale Tiroler/Südtiroler Ebene hatte. Die Kapitulation des diktatorischen Großdeutschen Reiches ermöglichte politische Neuanfänge in Europa – den Wiederaufbau bestimmten allerdings stark die siegreichen Alliierten. Während Italien unter der neuen Regierung Badoglio im September 1943 aus dem Bündnis mit Hitler-Deutschland und damit aus dem Krieg ausgetreten war (und sofort von der Wehrmacht besetzt wurde), war Österreich als „Ostmark“ bis zum Schluss Teil des Dritten Reiches geblieben und von der Roten Armee sowie US-, britischen und französischen Truppen befreit worden. Die vierfache Besatzungszeit der neuen Zweiten Republik sollte inmitten des ausgebrochenen Kalten Kriegs zwischen Washington und Moskau bis 1955 dauern. Inmitten der drängenden Probleme von 1945 wie Sicherung der Ernährungslage, Flüchtlingsfrage, Wiederaufbau und Entnazifizierung gab es von Wien über Innsbruck bis Bozen eine Herzensangelegenheit: die Rückkehr Südtirols zu Österreich. Dem standen jedoch geopolitische Überlegungen der ehemaligen Alliierten und die Eigeninteressen Roms gegenüber.

Die Auswahl an Fotografien ermöglicht Einblicke in Kriegsschäden, militärische Entwicklungen, erste Schritte hin zu einer Normalität sowie in das Schicksal Südtirols. Die regionale „Visual History“ ist vor dem Hintergrund der weltpolitischen Ereignisse zu sehen. Der Zusammenhang persönlicher Geschichte mit übergeordneten Ebenen wird deutlich.

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